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Beteiligte Spiegelung.
Alterzentrische Lernprozesse in der Kleinkindentwicklung und der Evolution
Stein Bråten
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Den Ausgangspunkt der Erörterung bildet eine Frage, die sich nicht nach den Kriterien der biologischen und soziologischen Systemtheorie formulieren läßt, und die im Rahmen des traditionellen Standpunkts zur frühen Ontogenese nach Piaget verneinend beantwortet werden muß. Die Frage lautet: Gibt es eine angeborene Grundlage für eine intersubjektive gegenseitige „Kommunion“ im vorsprachlichen und vorbegrifflichen Sinne? Es wird auf empirische Beispiele von Säuglings- und Primatenstudien verwiesen, die eine positive Beantwortung möglich erscheinen lassen. Die Entdeckung der alterzentrischen Spiegelung und deren Bedeutung für das frühkindliche kulturelle Lernen sowie die bestätigende Entdeckung von „Spiegelneuronen“ legen nahe, daß es eine intersubjektive Brücke gibt, die von den Körpern der Beteiligten auf direkte, gegenseitige und unmittelbare Weise gekreuzt und überschritten wird. Dies erfordert ein radikal neues Verständnis der Ontogenese, das sich auch auf die kulturelle Evolution bezieht, das heißt auf die Integration der Ontogenese und soziokulturellen Entwicklungstheorie, die auch in der historisch-genetischen Theorie der Kultur angestrebt wird. |
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